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Kulturelle Unterschiede in Remote-Teams managen

Immer mehr Unternehmen setzen auf geographisch verstreute Arbeitskräfte, also „Remote-Teams“. Es geht dabei nicht nur um Firmen wie Google oder Microsoft, die sich bereits global ausrichten. Auch kleinere Unternehmen können Arbeitskräfte aus der Ferne einsetzen, um Kosten zu sparen, bessere Ergebnisse zu erzielen und ihren Profit zu erhöhen.

Viele setzen heute auf komplette Teams aus aufkommenden Technologie-Nationen wie Indien. Sie nutzen dabei die Vorteile, die die globale Diversität mit sich bringt und verbinden dabei Menschen mit verschiedenen kulturellen Backgrounds, einzigartigen Sichtweisen und allen anderen denkbaren Unterschieden.

In der Theorie hilft diese Globalisierung Unternehmen, ihr Geschäft zu vergrößern – aber die großen kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Teams vor Ort und den Mitgliedern der Remote-Teams können die Arbeit auch verkomplizieren.

„Kulturelle Unterschiede“ definieren

Es ist schwierig genug ein effizientes, produktives und erfolgreiches Team aufzubauen, wenn alle Mitarbeiter sich im gleichen Büro befinden. Wenn man dann allerdings mit einem Offshore Team arbeitet, das am anderen Ende der Welt beheimatet ist und einen ganz anderen kulturellen und praktischen Background hat, kann die Kommunikation äußerst schwierig sein.

Es ist schließlich nicht einfach, eine Politik der „offenen Türen“ zu implementieren, wenn das Team mehrere tausend Kilometer entfernt ist.

Wie kann das aussehen?

Nehmen wir Indien als Beispiel. Inder sind bekannt für ihre Beharrlichkeit und harte Arbeit, die tief verwurzelte (und meist positiv konnotierte) Aspekte ihrer Kultur sind. Auf der anderen Seite sind sie genauso dafür bekannt, niemals „nein“ zu sagen.

Das ist nicht unbedingt eine negative Eigenschaft, aber sie ist sehr anders. Indische Mitarbeiter akzeptieren in der Regel die Notwendigkeit sich zu „schinden“, selbst wenn das bedeutet, dass sie jeden Tag Überstunden machen müssen. Sie lieben die Herausforderung und sind begierig sich zu beweisen, gerade wenn sie als Teil eines größeren Teams fungieren. Einen Auftrag des Chefs abzulehnen, wird da normalerweise nicht in Erwägung gezogen.

In Europa oder den USA ist es nicht ungewöhnlich für Mitarbeiter zu sagen: „Es tut mir leid, aber ich habe bereits zu viel auf dem Tisch.“ Bedeutet das, dass diese Teammitglieder weniger hart arbeiten oder weniger Einsatz zeigen, als ihr indisches Pendant? In keiner Weise. Ihnen wurde im Laufe ihres Lebens lediglich beigebracht zu sagen, was sie denken. Offenheit und die Fähigkeit Dinge beim Namen zu nennen, werden im Westen als etwas Positives gesehen.

Firmenkultur wichtiger als Kompensationen

Wo liegt das Problem?

Das ist nur ein Beispiel für die kulturellen Unterschiede zwischen Ländern wie Indien und den Vereinigten Staaten. Auch wenn dies natürlich nicht für alle Menschen gilt, ist es zumindest im Großen und Ganzen zutreffend. Probleme entstehen, wenn CEOs, Manager und selbst gleichgestellte Kollegen es nicht schaffen, neue Mitarbeiter zu verstehen oder mit ihnen zu interagieren.

Es passiert schnell, dass man einander auf dem falschen Fuß erwischt oder einen schlechten Eindruck bekommt. Diese Art kultureller Unterschiede kann dazu führen, dass eine gut durchdachte Personalstrategie – wie der Aufbau eines spezialisierten Offshore Teams – nicht zum gewünschten Ergebnis führt.

Eine weltweite Umfrage aus dem Jahr 2018 hat ergeben, dass ungefähr 65 % aller Führungskräfte und Mitarbeiter glauben, dass die Firmenkultur ihres Unternehmens wichtiger ist, als sämtliche Strategien oder ihr Betriebsmodell.

Arbeitsplatzkultur muss sich ändern

Unglücklicherweise gaben mehr als 80% auch an, dass sie mit der Firmenkultur ihres Unternehmens nicht zufrieden sind. Das beweist, dass diese wenig beachtete kulturelle Lücke verbreiteter ist, als wir vielleicht denken. Auch wenn sie nicht nur bei Remote-Teams vorkommt, kann sie dort oft ausgeprägter sein als hausintern.

Kulturelle Unterschiede effektiv abschwächen

Bei der Arbeit mit Remote-Teams kann man einige simple Schritte machen, um kulturelle Unterschiede zu managen.

1. Erkennen Sie kulturelle Unterschiede an und lernen Sie sie zu schätzen

Beginnen Sie damit, den Elefanten im Raum anzusprechen: Ihr Team ist jetzt kulturell vielfältiger als zuvor. Kulturelle Unterschiede zeigen sich in vielen Dingen – in Sprache, Verhaltensweisen, Werten und sogar der Bedeutung verschiedener Wörter oder Handlungen.

Bevor Sie kulturelle Unterschiede managen können, müssen Sie verstehen, worin sie bestehen.

Brechen Sie das Eis, um zu sehen, was sich unter der Oberfläche befindet

Alles was Sie brauchen, ist eine gute Internetverbindung und einen Skype-Account. Bringen Sie Ihr Team dazu, Ihnen von ihrem kulturellen Background zu erzählen, genauso wie von ihren Erwartungen an den Job und ihrer Arbeitsweise – eben alles, was wichtig erscheint.

Dieser Schritt ist äußerst elementar und führt dazu, dass ihre langjährigen Mitarbeiter die neuen, ausländischen Kollegen besser verstehen – und andersherum. Vielleicht besprechen Sie kulturelle Unterschiede wie:

  • Vorgehen bei Interessenskonflikten
  • Einstellung zur Arbeit und zu Deadlines
  • Persönliches Verhalten
  • Langfristige Erwartungen

Sie könnten sogar einen Schritt weitergehen und Ihr Offshore Team besuchen. Dies kann eine großartige Möglichkeit sein, sich persönlich zu unterhalten, sich kennenzulernen und eine engere Bindung aufzubauen.

2. Besprechen Sie alles so lange, bis jeder zufrieden ist

Wenn Sie mit einem Remote-Team arbeiten, können Sie nicht einfach zum Schreibtisch ihres Kollegen gehen, sobald etwas erledigt werden muss. Trotz großartiger Kommunikationstools können Missverständnisse ein wiederkehrendes Problem sein.

Aber warum?

Zunächst liegt es daran, dass Körpersprache ungefähr 55 % der gesamten Kommunikation ausmacht. Das bedeutet, dass der Ton einer Nachricht oder die Förmlichkeit einer E-Mail anfällig für falsche Interpretationen sind. Die meisten von uns kennen das auch aus dem Privatleben.

Wirksamkeit von Kommunikation

Was können Sie machen?

Seien Sie bereit, Ihre sozialen Kompetenzen anzupassen. Selbst wenn Sie fließend Englisch sprechen, kann es vorkommen, dass Ihre neuen Kollegen zweideutige Aussagen missverstehen oder sie durch Ihre spezifische Wortwahl falsch interpretieren. Inder sind für ihre blumige Sprache bekannt, was bedeutet, dass konstruktive Kritik manchmal schwerer anzunehmen ist.

Statt zu sagen: „Ich mag nicht, wie du diese Aufgabe angegangen bist.“, könnten Sie beispielsweise folgenden Weg in Erwägung ziehen: „Hey, das ist nicht schlecht, aber ich denke, so könntest du diese Aufgabe noch besser erfüllen.“

Besonders am Anfang macht es einen großen Unterschied, wenn Sie Ihre Sätze punktiert formulieren. Nehmen Sie sich die Zeit, um so eindeutig wie möglich zu kommunizieren. Vermeiden Sie es außerdem überkritisch zu sein: auch wenn es manchmal frustrierend sein kann, sollten beide Seiten offen, aber ohne Aggression sein.

Auf Seiten der Remote-Mitarbeiter muss klar sein, dass es wichtig ist, Instruktionen auch mal wiederholen zu lassen, um Hilfe zu bitten oder „nein“ zu sagen. Denken Sie darüber nach, regelmäßig nachzuhaken, um sicherzustellen, dass alle auf demselben Stand sind.

Durch genaue Kommunikation etablieren Sie eine Zusammenarbeit, die auf Transparenz und Aufrichtigkeit aufgebaut ist. Es ist besser langsam – aber dafür gut – anzufangen als zu streiten und nach ein paar Monaten frustriert zu sein.

3. Führen Sie Meetings zur Ausrichtung durch, um alles zu vereinheitlichen

In einem hausinternen Team ist Organisation wichtig. Mit einem Offshore Team ist sie absolut unerlässlich.

Wenn Sie zehn verschiedene Menschen haben, mit zehn verschiedenen Ideen wie etwas gemacht werden soll, ist das Desaster vorprogrammiert. Meetings zur Ausrichtung können dabei helfen, feste Normen und Regeln aufzustellen.

Jeder hat seinen eigenen Weg, Aufgaben zu erledigen, Probleme zu lösen und Deadlines einzuhalten. Trotzdem muss in Ihrem Unternehmen jeder auf demselben Stand sein.

Etablieren Sie Prozesse und Trainings im Unternehmen

Standardisierungsprozesse, Dokumentvorlagen, Systeme zur Aufgabenverwaltung, die Struktur und Häufigkeit wöchentlicher Treffen – alles was man vereinheitlichen kann, sollte vereinheitlicht werden.

Das meiste davon ist für Unternehmen einer bestimmten Größe sowieso notwendig, unabhängig von ihrer Lage. Mit einem Remote-Team gilt das erst recht. Sie können für Ihr Team sogar Trainings zum Thema „kulturelle Unterschiede“ anbieten.

Holen Sie sich das Feedback Ihrer Mitarbeiter ein. Einige Konzepte klingen vielleicht in der Theorie gut, funktionieren in der Praxis aber überhaupt nicht.

Ethnische Vielfalt

Interkulturelle Teams sind überall auf der Welt im Kommen aus den unterschiedlichsten Gründen. Das bringt zwar Schwierigkeiten mit sich, aber ebenso grenzenlose Möglichkeiten. Mit geringem Aufwand können die kulturellen Hindernisse, die beim Etablieren eines Remote-Teams entstehen, problemlos überwunden werden.

Richtig angewendet sind unterschiedliche Meinungen und Perspektiven ein wertvolles Gut – keine Belastung.

Bei The Scalers sind wir stolz darauf, effiziente und erfolgreiche interkulturelle Teams aufzubauen. Mit Sitz in Bangalore, aber unter einer europäischen Führung, sind wir perfekt aufgestellt für das, was wir Ihnen bieten.

Wenn Sie Interesse daran haben, ein Remote-Team für Ihr Unternehmen zu etablieren, melden Sie sich gerne bei uns. Sie können ein Gespräch mit einem unserer Berater vereinbaren oder einen kurzen Test machen, um zu sehen, ob Sie bereit sind, ein vollständiges Offshore Team zu erstellen.

Ja, ich bin bereit für mein eignes Offshore Team

Anmerkung der Redaktion:

Wenn wir in diesem Artikel von jedem, Kollegen, Mitarbeitern oder anderen Bezeichnungen sprechen, so meinen wir gleichermaßen Frauen wie Männer.

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